Aragonien Urlaub
Aragonien kennenlernen
Das Territorium
Aragonien ist keinesfalls eine
Durchgangsstation, sondern eine Region
zum Verweilen. Seine landschaftliche
Vielfalt, seine kulturelles Erbe und sein
Reichtum an Kunstschätzen und
touristischen Reizen machen es zu einer
Region mit einer ausgeprägten,
einzigartigen und anziehenden
Persönlichkeit, die auch den
Anforderungen des anspruchsvollen
Reisenden gewachsen ist. Es ist ein
vielseitiger und vollständiger Rahmen,
wo man alles ?in wohldosierter Form
versteht sich? finden kann. Ein
Territorium ohne massiven Zulauf, dessen
Kontraste und Nuancen der Tourist
geniessen kann, ohne sich wie eine
Nummer unter anderen zu fühlen. Eine
kleine Region, aber dafür voller
Überraschungen.
Aragonien erstreckt sich auf 47 669 km2
und ist in drei Provinzen eingeteilt:
Zaragoza (17 252 km2), Huesca
(15 613 km2) und Teruel (14 785 km2) mit
insgesamt 729 kleineren Ortschaften. Das
Gesamtgebiet ist zudem in 33 Landstriche
eingeteilt.
Aragonien liegt in der Mitte des
nordöstlichen Viertels von Spanien und
grenzt an sieben andere Autonome
Regionen sowie an Frankreich, ausserdem
ist es von den wichtigsten Ballungszentren
der Halbinsel umgeben. 76 % der
spanischen Bevölkerung leben in weniger
als 450 km entfernt von Zaragoza. Die
Region nimmt das Zentrum der Senke des
Ebro ein und wird im Norden durch die Pyrenäen und im Süden durch die
Höhenzüge der Iberischen Gebirgskette
begrenzt. Der Ebro, grösster Fluss Spaniens,
durchquert sie auf 350 km Länge, und die
Hälfte des 86 000 km2 grossen Flusstals
gehört zu Aragonien. Daneben gibt es
allerdings auch die spektakulären
Halbwüsten von Las Bárdenas im Westen
und den Monegros im Osten, Beispiele des
Abwechslungsreichtums von Aragonien.
Die wichtigste Erhebung stellen die
Pyrenäen im Norden an der Grenze zu
Frankreich dar. Der Gipfel des Aneto ragt 3
404 m auf, aber in den Pyrenäen zählt man
bis zu 26 Berggipfel mit Höhen über 3 000
m. Aragonien belegt einen
Pyrenäenabschnitt von 90 km Länge, der
vom Fluss Gállego bis zum Noguera
Ribagorzana reicht, mit 20 Gletschern, die
eine von Tälern, Naturparks und
wunderschönen Naturszenarien erfüllte
Landschaft umschliessen. Weitere
Nebenflüsse der Pyrenäen sind der Aragón
und der Cinca.
Im Süden des Ebro ragen die Gipfel des
Moncayo-Gebirges (2 345 m) und der
Gebirgszüge von Albarracín, Montes
Universales und Javalambre mit mehr als
zweitausend m hohen Gipfeln auf. Die
Höhenzüge von Cucalón und San Justo
stellen die Grenze zur Autonomen
Region Valencia dar. Die wichtigsten
Flüsse sind der Jalón und Jiloca, der
Huerva, der Martín und der Guadalope.
Das Klima ist mediterran und
kontinental zugleich, mit sehr
angenehmen Temperaturen im Frühjahr
und Herbst. Die Niederschläge sind im
Durchschnitt gering (350 mm),
wenngleich sie im Pyrenäengebiet bis zu
2 000 mm erreichen. Aragonien steht im
Genuss von 2 960 Sonnenstunden im
Jahr und hat sogar ein eigenes
barometrisches Hochdruckgebiet, dessen
Wind das gesamte Tal reinfegt und ihm
durch die fehlende Luftverschmutzung
eine besondere Lichtfülle verleiht.
Aragonien hat ein dichtes Strassennetz
mit 10 101 km in unterschiedlicher
Trägerschaft. Es gibt 266 km Autobahn,
fast 200 km Schnellstrasse, die ständig
ausgebaut werden, und 962 km
Eisenbahn mit einer im Bau befindlichen
Hochgeschwindigkeitsstrecke, die
Aragonien an jeden Ort des Landes
anbinden und ausserdem eine Pforte
zum restlichen Europa öffnen wird.
Der Dienstleistungssektor beschäftigt
54% der aktiven Bevölkerung, den
Grossteil davon im Fremdenverkehr.
Es verwundert somit nicht, dass
Aragonien sich als eines der wichtigsten
Urlaubsziele des spanischen
Landesinneren etabliert hat. In einem so
vielfältigen Raum bieten der
Wintersport, die Abenteuersportarten,
der Agrotourismus, die kulturellen
Routen eine breite Palette von Möglichkeiten, die auch den
anspruchvollsten Reisenden
zufriedenstellen werden.
Die Geschichte
Der Reisende stösst auf unzählige
Zeugnisse der historischen
Vergangenheit. Der Ebro, der Aragonien
durchquert und der Iberischen Halbinsel
ihren Namen gab, hat viele Völker und
Kulturen angezogen. Die
indoeuropäischen Völker und die Iberer
haben hunderte von archäologischen
Fundstätten und einen grossen
archäologischen Reichtum hinterlassen.
Die dank der strategischen Lage früh
erfolgte Romanisierung ist besonders
stark vertreten: Mausoleen, Brücken,
Thermen, Aquädukte. Die Städte Huesca
(Osca), Calatayud (Bilbilis) und das im
Jahr 23 v. Ch. von Cäsars Legionen
gegründete Zaragoza (Cesaraugusta).
Sertorius schuf die erste römische Schule
in Osca, Vorläuferin der späteren
mittelalterlichen Universitäten.
Die Gegenwart der Araber erstreckt
sich seit dem 8.Jhdt. auf ganz Aragonien
mit Ausnahme der steilen Pyrenäentäler.
Ihre Kultur prägte das aragonische
Wesen und ihr kulturelles Erbe zeigt sich
in den Türmen und Kirchen ?ehemaligen
Minaretten und Moscheen? vielen
Baudenkmälern mit ihren Techniken und
Materialien sowie in den Sitten und
Gebräuchen, die in christianisierter Form
weiterleben.
In den Pyrenäen als Rückzugsgebiet
während der islamischen Besetzung und
als Ausgangspunkt der
Wiedereroberung nahm das Königreich
Aragonien seinen Anfang. Von Jaca aus
unternahm im 9 Jhdt. der Graf Aznar
einen Eroberungszug gegen die Araber,
welcher eine der glorreichsten Episoden
in der Geschichte dieses Landes
eröffnete. Ramiro der I. wird sein erster
König, Peter der I. erobert Huesca (1096)
und Alfons der Kämpfer die Stadt
Zaragoza (1118), die zur Hauptstadt
Aragoniens wird. Alphons der II. erobert
Teruel (1177) und das Gebiet nimmt
seine geographische Gestalt an, die sich
seit dem 12. Jhdt. bis heute praktisch
nicht mehr verändert hat. Durch die
Heirat Petronillas aus dem Hause
Aragonien mit dem Grafen von
Barcelona (1137) beginnt der
erstaunliche Aufstieg der Krone von
Aragon.
Die Krone von Aragonien ist ein
eigentümliches politisches Gebilde, das
unter ein und demselben Souverän, dem König von Aragonien verschiedene
unabhängige Staaten des
Mittelmeerraumes zusammenfasst:
Katalonien, Mallorca, Valencia, Sizilien,
Korsika und Sardinien, Athen und
Neopatria. Ereignisse wie der
Kompromiss von Caspe (1492), wo sich
die Macht der Vernunft gegen die
Gewalt der Macht durchsetzte, oder die
Schaffung des Justiciazgo, einer
Institution zum Schutz der Bürgerrechte
mit Vorreiterrolle in Europa, oder sein
öffentliches Recht, das sich in den Fueros
oder Gesetzen seit 1247 ausdrückt,
zeugen vom Willen und der Fähigkeit der
Aragonier, ihre Geschichte aktiv zu
gestalten. König Karl der I. erkannte die
Fueros von Aragonien noch an, Philipp
der II. hingegen nahm dem Reich auf
längere Zeit seine Entschlusskraft. Die
Spanische Verfassung von 1978 und der
daraus hervorgehende Staat der
Autonomen Regionen ernannte
Aragonien zu einer der 17 Regionen, die
den spanischen Staat bilden. Es hat
Autonomiestatut seit 1982, das im Jahr
1992 reformiert wurde und sich im
Moment im Prozess der
Kompetenzerweiterung befindet.
Das kulturelle Erbe
Aragonien ist ein lebendiges und aktives
Museum. Zahlreiche archäologische
Fundstätten krönen die Hügel an den
Flussläufen oder verbergen sich zwischen
ihnen. In Niederaragonien und im Gebiet
des Flusses Vero finden wir auch
Höhlenmalereien.
Aus römischer Zeit gibt es die
Mausoleen von Fabara, Caspe, Chiprana
oder die von Sádaba und Sofuentes.
Die in der Nähe von Calatayud gelegene
Stadt Bilbilis, Celsa mit seinem Museum
bei Velilla de Ebro sowie Los Bañales auf
dem Weg nach Uncastillo liefern
hervorragende Beispiele der römischen
Kunst.
Die mohammedanische Kunst ist
durch den Palast der Aljafería in
Zaragoza vertreten. Das vor kurzem
restaurierte Bauwerk ist Sitz des
Regionalparlaments und ein
obligatorisches Besuchsziel jeder
Stadtbesichtigung. Die Befestigung von
Calatayud mit ihren fünf Burgen und
langen Stadtmauern ist die älteste
Spaniens (9. Jhdt.).
Die Romanik (11. bis 13. Jhdt.) Es ist der
Stil Oberaragoniens par excellence, und
Huesca hat besonders viele gut
erhaltenen Bauwerke. Diese typische
Kunstform des Jakobswegs wächst
gleichsam zusammen mit dem Königreich
Aragonien heran: Kathedralen, Klöster,
Wallfahrtskapellen, Kirchen, Klöster.
Ganz Huesca ist Ausdruck der Romanik.
In der Provinz Zaragoza erreicht sie ihren
Höhepunkt in den Cinco Villas. In Uncastillo wurde ein Zentrum für Studien
der romanischen Kunst geschaffen.
Die Zisterzienserkunst (12.-13. Jhdt.)
findet der Reisende in den Klöstern von
Veruela, Piedra und Rueda, die zu den
bedeutendsten touristischen
Attraktionen Aragoniens gehören.
Wunderwerke der gotischen Baukunst
sind die Kathedralen von Huesca,
Tarazona und die Seo von Zaragoza, ein
Meisterwerk, das vor kurzem restauriert
wurde, ferner auch die Kirchen
Niederaragoniens.
Die volkstümliche Architektur ist sehr
reich und vielfältig, mit beträchtlichen
Unterschieden zwischen Bergland und
Tälern. Die charakteristischste Kunstform
Aragoniens ist aber der Mudéjar-Stil
(12.-14. Jhdt.). Es ist ein Triumph der
arabischen Keramik und Fantasie, der
von den unter christlicher Herrschaft
lebenden, auf der Halbinsel gebliebenen
Arabern, ?mudéjares? genannt, in
Kombination mit der architektonischen
Technik der christlichen Sieger errungen
wurde. Die Flusstäler des Jiloca und Jalón
stellen eine aussergewöhnliche Route
dar, mit einer Abfolge von Kirchen wie
Perlen auf einer Kette der Mudéjar-
Kunst. Teruel ist die Mudéjar-Stadt par
excellence, ihre Türme wurden von der
UNESCO zum Menschheitserbe erklärt.
Die Renaissance-Kunst bringt eine
Blüte der Profanarchitektur in Aragonien
hervor. Neben der Lonja in Zaragoza gibt
es noch eine ganze Reihe Paläste der
Adligen, die sich im 16. Jhdt. in der Stadt
niederliessen. Viele von ihnen sind heute
zu Museen umgewidmet. Hervorzuheben
sind ausserdem die ?Casas Consistoriales?
(?Rathäuser?) in Moncayo und
Niederaragonien.
Im 17. und 18. Jhdt. entstehen zahlreiche
Kirchen und einige Paläste und
Bischofsresidenzen im Barock und
neoklassischem Stil. Die Kirche ?El
Pilar? in Zaragoza und die vielen
Altarbilder in der gesamten Region
künden vom Glanz des aragonischen
Barocks.
Jugendstil und Historismus sind mit
einigen hervorragenden Beispielen in
Teruel und öffentlichen Gebäuden in
Zaragoza vertreten (Medizinische
Fakultät, Provinzmuseum, Schlachthaus,
Markthalle). Auch heute wird in
eigenwilligem Stil weitergebaut, der dem
historischen Erbe alle Ehre macht:
Konzerthäuser, Messehallen,
Sporthallen? Ausserdem hat die
Restaurierungsaktivität einen hohen
Stellenwert.
Die Natur
Aragonien hat einen grossen
landschaftlichen Reichtum und eine
ausserordentliche Vielfalt und Schönheit.
In den Pyrenäen finden wir
ausgedehnte Waldgebiete mit
atlantischem Klimaeinfluss und einer
reichen Fauna; das durch Gletscher
entstandene Tal von Tena mit dem Kurort
Panticosa; den Nationalpark von Ordesa-
Monte Perdido, der schon 1918 wegen
seines grossen landschaftlichen Wertes
eingerichtet wurde; und das Gebiet
Posets-Maladeta mit den höchsten
Erhebungen der Pyrenäen und den
südlichsten Gletschern Europas. Im
Vorpyrenäenland liegt das Naturgebiet
von Nationalem Rang San Juan de la
Peña und die berühmten Mallos de
Riglos, spektakuläre, von der Erosion
gebildete Bergformationen; in der Sierra
de Guara finden wir tiefe Schluchten,
Kanyons und Klammen und in der
Ribagorza Bergpässe und das Massiv von
Turbón.
Das Gebirge Moncayo ist die höchste
Erhebung der Iberischen Kette und
gleichzeitig ein Naturpark mit einer
reichen Flora und Fauna. In den
Gebirgszügen von Teruel liegen
Albarracín und die Montes Universales
mit ihren Hochebenen und Tafelbergen,
wo inmitten eines Waldes der Tajo
entspringt; üppige Pinienhaine mit
grosser Artenvielfalt finden wir in
Javalambre und Sierra de Gúdar; der
Maestrazgo mit dem Kulturpark Molinos,
den Kristallgrotten und den Puertos de
Beceite rundet das Angebot der
interessanten Naturgebiete des
Berglandes von Aragonien ab, die auch
oft über ein Naturkundezentrum
verfügen.
Im Tiefland sind die Flüsse Mesa und
Piedra in der Nähe von Nuévalos zu
erwähnen, im Tal des Ebro liegen die
Naturgebiete Galachos de Juslibol, das
Naturreservat Galachos de Pastriz und die
weiten Mäander des Mar de Aragón, des
?Meeres von Aragonien?. Die Seen
Estanca de Alcañiz, Sotonera und vor
allem die Laguna de Gallocanta weisen
einen spektakulären Vogelreichtum auf.
Konkretere Vorschläge zum
Kennenlernen dieser Gebiete bieten
Karten und Rundwege.
Die Aragonier
Das gesamte Territorium wird von von
1,183 234 Mio. Einwohnern (Stand 1998)
bewohnt, deren Prokopfeinkommen
über dem spanischen Landesdurchschnitt
liegt. Mehr als die Hälfte der
Bevölkerung konzentriert sich auf die
Hauptstadt der grössten Provinz:
Zaragoza. In der Provinz Teruel leben
136 840 Einwohner verteilt auf
236 Gemeinden, die Provinz Huesca hat
204 956 Einwohner in ihren 202
Gemeinden, während die Provinz
Zaragoza 291 Gemeinden mit insgesamt
841 438 Einwohnern besitzt.
Stadtrundgänge
Zaragoza
Zaragoza (603 367 Einwohner) ist der
Mittelpunkt Aragoniens. Die
verkehrsmässig günstig gelegene Stadt
ist internationale Drehscheibe und bietet
eine ganze Reihe touristischer
Dienstleistungen und Attraktionen. Kurz,
eine offene und kosmopolitische Stadt.
Einen kurzen Stadtrundgang kann man
auf der Plaza del Pilar beginnen, der
guten Stube der Stadt, überragt von der
Basilika Nuestra Señora del Pilar.
Sie ist das bezeichnendste Baudenkmal
von Zaragoza und Aragonien. 8 Mio.
Besucher empfängt sie jedes Jahr. Das
direkt am Ebro errichtete Bauwerk
beherbergt eine Säule, die der
Überlieferung nach die Jungfrau María
persönlich in der Nacht des 2. Januar des
Jahres 40 der christlichen Zeitrechnung
nach Zaragoza brachte. Das Bauwerk von
gigantischen Ausmassen (127 m Länge
und 65, 5 m Breite) wuchs in den
vergangenen zwanzig Jahrhunderten um
die Säule herum, ohne diese von ihrem
Standort zu bewegen. Die Tradition des
Heiligtums ist tief in den Herzen der
Aragonier verwurzelt und stellt ein
Identitätsmerkmal und Band ihrer Einheit
dar. Seine elf Kuppeln schmücken Fresken
von Ramón und Francisco Bayeu sowie
von Francisco de Goya, dem wohl
universellsten Aragonier. Die Eckpunkte
werden von vier Türmen markiert, einer
davon hat einen Aufzug zu einer
Aussichtsplattform.
Das 1515 von Damián
Forment ausgeführte Haupt-Retabel
?Retablo Mayor? ist aus vielfarbigem
Alabaster. Die Santa Capilla oder
Heilige Kapelle ist gleichsam eine kleine
Kirche in der Kirche, erbaut aus Marmor,
Jaspis und vergoldeter Bronze, sie
beherbergt das Bildnis der Jungfrau und die Säule ist und ein Werk des
Baumeisters Ventura Rodríguez (1765). In
der Kammer der Jungfrau steht zwischen
77 Sternen aus feinem Gold und Juwelen
die Heilige Säule ?El Pilar?, die 1,80 Höhe
und 24 cm Durchmesser hat sowie das 38
cm grosse Heilige Bildnis aus vergoldetem
Holz aus der Mitte des 15. Jhdts. Die
frommen Besucher küssen die Rückseite
der Säule, wo man die Abnutzung sehen
kann, welche die Lippen der inbrünstig
Gläubigen im Marmor hervorgerufen
haben.
Es gibt ein Museum der Pilar-
Tradition (täglich vormittags und
nachmittags geöffnet), mit Gemälden,
Schmuckstücken und einer Sammlung von
Umhängen und Kränzen der Jungfrau.
Die kleinen Kinder werden
traditionsgemäss an dem Umhang der
Jungfrau vorbeigestreift, (?pasar por el
manto?), damit ihre Schritte schon früh
zu der Jungfrau gelenkt werden. Die
Aragonier suchen den Pilar zum Beten
auf oder, um einfach die Jungfrau zu
sehen oder die Säule zu küssen.
Die Basilika ist täglich von 5.45 Uhr
morgens bis 21.30 geöffnet. Sakristei
976 39 74 97; Pilgerfahrten
976 39 58 63.
Daneben steht das Rathaus
(20. Jhdt.), der Renaissancepalast La
Lonja (16. Jhdt.), ein charaktervolles
Bauwerk mit schlanken Pilastern und
Kreuzgewölben, Ort häufiger
Ausstellungen ( von 10 bis 14 und von 17
bis 21 Uhr, ausser montags), und das
Forum Romanum (1. Jhdt.) mit den
gleichen Öffnungszeiten.
Die Kathedrale La Seo (12. bis 18. Jhdt.)
ist wegen ihres Stilreichtums ein
geradezu ideales Museum der
Kunstgeschichte Aragoniens. Sie ist die
erste Kathedrale Zaragozas und sein
bedeutendstes Baudenkmal. Auch nicht
versäumen sollte man die Verzierung der
Mauer der ?Parroquieta? im Mudéjar-Stil
auf dem Weg zum restaurierten
Torbogen Arco del Deán (16. Jhdt.).
Im nahen Palast von Armijo (16.Jhdt.)
befindet sich der Amtssitz des Justiziars
von Aragonien, einer eigentümlichen
aragonischen Institution, vergleichbar
mit dem Ombudsmann oder
Bürgerbeauftragen von heute. Ganz in
der Nähe liegen einige aragonische
Renaissancepaläste wie der Pardo, weiter
das Museum Camón Aznar und das
von Montemuzo, Sitz des
Zeitungsarchivs und des Stadtarchivs (Von
Dienstag bis Samstag vormittags und
nachmittags geöffnet).
Ausserhalb der römischen Stadtmauern,
die das mittelalterliche Zaragoza
umschliessen, liegt die Plaza de los
Sitios, in deren Zentrum ein Denkmal
im Jugendstil an den heroischen
Widerstand Zaragozas gegen die
napoleonischen Truppen erinnert.
Daneben befindet sich das Museum für
Archäologie und Schöne Künste mit einem Dutzend Werke von Goya
(werktags von 9 bis 14 geöffnet, montags
und an Feiertagen geschlossen.) In diesem
relativ neuen, vornehmen Viertel finden
wir auch die Basilika Santa
Engracia (16. Jhdt.) mit ihrer
Renaissancefassade, die römische
Sarkophage und die sterblichen
Überreste der ?Unzähligen Märtyrer?
von Zaragoza birgt.
Das Postgebäude im Neo-Mudéjar-Stil
(20.Jhdt.) liegt fast direkt an der Plaza
de Aragón, dem Verkehrsmittelpunkt der Stadt. In das
moderne Gebäude der Sparkasse Ibercaja
wurde Stein für Stein der Patio de la
Infanta hinübergebracht, ein
wunderbarer aragonischer Renaissance-
Innenhof, in dem auch Gemälde von
Goya ausgestellt sind (Montag bis
Samstag von 9 bis 14 Uhr), und
gegenüber befindet sich in der
ehemaligen Medizinischen Fakultät das
Paläontologische Museum (von
10.30 bis 14 Uhr geöffnet).
In Richtung Zentrum zurückkehren kann
man über die französisch anmutende
Promenade Paseo de la
Independencia und dabei die
Stadtansicht geniessen, bis man zur Plaza
de España kommt, wo sich ein
Besuch des restaurierten Palacio de
Sástago (16. Jhdt.) anbietet, der den
Preis ?Europa Nostra? erhalten hat. Im
Palacio de Argille am Platz San Felipe
befindet sich das Museum Pablo
Gargallo (an Werktagen vor- und
nachmittags geöffnet, ausser Montag. An
Feiertagen von 10 bis 14 Uhr), der
mittelalterliche Turm Torre Fortea
und eine Tafel, die an die Torre Nueva
erinnert, die wegen ihrer Schieflage
abgerissen werden musste und den
Türmen von La Magdalena oder
San Pablo ähnlich war, die man
heute noch im historischen Stadtkern
besichtigen kann.
Am Zentralmarkt im Jugendstil vorbei kommt man zur
Römischen Stadtmauer (23) und dem
Torreón de la Zuda (24), einem alten
mohammedanischen Schloss, das an die
Plaza del Pilar, Ausgangspunkt unseres
Rundgangs, angrenzt.
Diesen Stadtrundgang kann man in rund
drei Stunden bewältigen. Etwas abseits
davon liegt das maurische Stadtschloss
La Aljafería (25) (11. Jhdt.), ein Bauwerk
von bemerkenswerter architektonischer
Schönheit, dessen Besuch man auf keinen
Fall versäumen sollte (Montag - Samstag
von 10 bis 14 und von 16 bis 20 Uhr. An
Sonn-und Feiertagen von 10 bis 14 Uhr).
Zaragoza ist eine Einkaufsstadt. Ausser
den grossen Einkaufszentren besitzt es
Zonen wie den Sector Alfonso oder Don
Jaime I. mit 250 Spezialgeschäften und
auch die Gegend um das Gran Hotel mit
ihren Luxusboutiquen. Im Stadtteil Las
Delicias, wo einer von zehn Aragoniern
lebt, befindet sich die grösste Einkaufsund
Fussgängerzone der Stadt.
Das städtische Fremdenverkehrsbüro
Plaza del Pilar, 976 20 11 00
veranstaltet zu bestimmten Themen
besondere Rundgänge mit Führung, die
der römischen Welt, dem Mittelalter oder
der Renaissance gewidmet sind, sowie
Besichtigungsfahrten im Touristen-Taxi
mit Preisen nach Vereinbarung,
976 75 15 15; 976 38 38 38;
976 42 42 42.
Ausserdem gibt es
Rundfahrten im Touristen-Bus
902 20 12 12.
Auf einigen
Rundfahrten, wie auf der Goya
gewidmeten, kann man Fresken, etwa
zwanzig Ölgemälde und einige
Sammlungen von Kupferstichen sehen.
Eine gute Ergänzung dazu ist die Goya-
Route, die fünf Ortschaften umfasst, in
denen der Maler aus Fuentedetodos
seine Werke hinterlassen hat.
Provinzialpatronat für Tourismus,
976 21 20 32.
Zaragoza kann man nicht in ein paar
Stunden besichtigen. Sein Hotelangebot,
seine touristischen Attraktionen
(www.esturismosalduba.com), seine
Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten
(www.ebropolis.es) machen aus ihm eine
ideale Kongressstadt und einen guten
Standort, um von dort aus Aragonien
kennenzulernen (www.zaragoza.net).
Huesca
Das angenehme und friedliche Städtchen
Huesca (45 485 Einw.) mit seinem von
alters her stammenden herrschaftlichen
Charakter wird dem Reisenden schnell
ans Herz wachsen. Beim Kennenlernen
trifft man allerorts auf die Spuren seiner
wichtigen historischen Rolle im Aufstieg
des Königreichs Aragonien. Die Altstadt
steht auf einem Hügel, der einst von den
Iberern, den Römern, Arabern und den
ersten christlichen Aragoniern bewohnt
wurde. Auf der Höhe dieser gedrängten
Ansammlung von ansteigenden Gassen
erhebt sich die Kathedrale.
Man kann einen Rundgang an der Plaza
del Seminario beginnen, wo das
Provinzialmuseum ist (von 9 bis 14
Uhr geöffnet, ausser montags), in dessen
Krypta König Ramiro II., genannt der
Mönch, der Überlieferung nach zwölf
bedeutende Adlige enthauptet und aus
ihren Köpfen eine Glocke gemacht haben
soll, um Furcht im Reich zu verbreiten. In
einem anderen Raum wurde seine
Tochter, die Infantin Petronilla geboren,
die durch Heirat mit dem Grafen von
Barcelona Aragonien mit Katalonien
vereinigte. Im nahen Rathaus (?Casa
Consistorial?, 16. Jhdt.), einem
stämmigen, typisch aragonischen
Bauwerk, wird ein Ölgemälde gezeigt,
das die Episode der Glocke beschreibt,
die mehr Lärm gemacht hat als jede
bronzene.
Direkt anschliessend steht die gotische
Kathedrale mit ihrer imposanten,
von 62 Statuen geschmückten Fassade,
dem Dachvorsprung und dem Giebel aus
der Renaissance. Sie bewahrt ausserdem
bedeutende Codices, besitzt ein
Diözesanmuseum (von 11 bis 13 Uhr
und 16 bis 18 Uhr geöffnet) und eine
sehenswerte Sakristei. Das Altarbild ist
eine Filigranarbeit aus Alabaster, einem
in Aragonien sehr häufig vorkommenden
und verwendeten Bau- und
Dekorationsmaterial. Durch steile Gassen
kommt man zum Marktplatz und
zum Kloster San Pedro El Viejo (12. Jhdt.) mit einem Königlichen
Panteon und einem Kreuzgang, der zu
den schönsten der spanischen Romanik
zählt. Ganz in der Nähe liegt die Basilika
San Lorenzo, einem Heiligen aus
Huesca, der von den Römern auf einem
Rost zu Tode gebraten wurde. Die Kirche
hat die Form eines umgekehrten Bratrostes. Die Einwohner Huescas feiern
im August ein ausgelassenes Fest, wo das
Basilikum allgegenwärtig ist, die typische
Pflanze der Stadt, und die Mädchen
daraus gemachte Sträusse tragen.
Geht man zu den ehemaligen
Stadtmauern, heute ?El Coso? genannt,
hinunter, kommt man in die Neustadt mit
ihrer modernen Strassenführung, wo es
einen romantischen Park mit
zweihundert Baumarten gibt, die um das
?Schneewittchenhaus? und den
Rosengarten herum stehen. Die Cuatro
Esquinas in den Porches de Galicia sind
der lebhafteste Punkt der Stadt. Das
kürzlich fertiggestellte Gebäude des
Provinzialrats beherbergt herrliche
Ausstellungsräume und ein
Deckengemälde des aragonischen Malers
Saura. Die Kirche Las Miguelas (12. Jhdt.) beim Fluss Isuela an der
Ortsausfahrt nach Canfranc und
Frankreich und die im Aussenbezirk der
Stadt erbaute Wallfahrtskapelle Ermita
de Salas, ebenfalls aus dem 12.
Jhdt., bilden den krönenden Abschluss
des Katalogs der Romanik in Huesca.
Es gibt berühmte Restaurants mit
traditioneller und fantasiereicher Küche.
Das Huhn ?al chilindrón? ist eines der
herrausragenden typischen Gerichte. Das
arabische Erbe zeigt sich in der Süsspeise
der Kastanien aus Marzipan.
Teruel
Stadt der Liebe genannt (29 320
Einwohner) wegen der Legende des
Liebespaares Diego und Isabel, deren
Geist immer noch zwischen seinen
Mudéjar-Türmen zu wohnen scheint. Die
Morisken (spanische Mauren)
verwandelten die Stadt in ein
Freilichtmuseum des Mudéjar-Stils, das
bedeutendste Spaniens. Die Mudéjar-
Architektur ist eine mohammedanische
Kunstform, die unter christlicher
Herrschaft entstand. Die Glockentürme
sind die herausragendste Leistung der
aragonischen Mudéjar-Kunst. Die
Keramik wird gleichermassen als
tragendes Material und Dekoration
verwendet. Die Tradition der Keramik
als Kunsthandwerk besteht weiter, man
kann Stücke aus den vergangenen
Jahrhunderten im Provinzial-Museum
bewundern und auch Werke der
heutigen volkstümlichen Töpfereikunst
erstehen.
Den Besuch in Teruel kann man an der
Promenade Paseo del Óvalo beginnen, wo ein in eine majestätische
Freitreppe mit Mudéjar-Einflüssen
eingefügtes Basrelief zu sehen ist, das
den Tod der Liebenden darstellt. Dann
kommt man an dem Turm Torre del
Salvador vorbei, dessen Inneres
einen Besuch wert ist. Ein kleines Stück
weiter durch die Strasse Santiago erreicht
man die Torre de San Martin, der
zweite der beiden zum Menschheitserbe
erklärten Türme. Die Strasse Amantes
führt den Besucher zum Platz der
Kathedrale, die einen Mudéjar-Turm,
eine Deckenkassettierung im Mudéjargotischen
Stil und ein Altarbild im
Plateresco-Stil besitzt.
Am selben Platz liegt auch das Rathaus der Stadt und
ganz nah der Palacio de la Comunidad mit dem Provinzial-Museum (geöffnet dienstags bis freitags von 10 bis
14 und von 16 bis 19 Uhr, am Samstag
und Sonntag von 10 bis 14 Uhr.). Über die
Strasse San Miguel gelangt man zum
Viadukt, einem kuriosen Bauwerk
aus dem 16. Jhdt., das die beiden durch
das abrupte Terrain getrennten Stadtteile
von Teruel verbindet und im oberen Teil
ein Aquädukt ist. Von hier aus kann man
an den Resten der alten Stadtmauer mit
einigen Wehrtürmen entlanglaufen.
Durch die Strasse ?El Tozal? gelangt man
in das Herz der Stadt, die Plaza del
Torico, in deren Mitte, umgeben von
Jugendstilhäusern, ein von einer kleinen
Stier-Skulptur und einem Stern gekrönter
Monolith steht, welcher das Wahrzeichen
der Stadt darstellt. Von hier steigt man
die Treppen zur Kirche San Pedro hinauf, unter deren Mudéjar-Turm das
vom Bildhauer Juan de Avalós
geschaffene Mausoläum liegt, wo
die Reste der Liebenden von Teruel
ruhen.
Die Legende der Liebenden ist eine tragische Liebesgeschichte aus dem
13. Jhdt.. Der junge Diego wird von der
Familie seiner Geliebten abgewiesen,
weil er nicht wohlhabend ist. Er verlässt
Teruel, um sein Glück zu machen, kehrt
reich just an dem Tage zurück, an dem
die von der Familie gesetzte Frist ausläuft
und findet Isabel schon verheiratet vor.
Es gelingt ihm, sie zu treffen, er bittet sie
um einen Kuss, den sie ihm wegen ihres
Ehestandes verweigert. Diego stirbt vor
Kummer. Am nächsten Tag nähert sich
eine Frau in Trauerkleidung dem Sarg,
küsst den Leichnam und fällt auf der
Stelle tot um. Es war Isabel, die ihrem
toten Geliebten den Kuss gab, den sie
ihm zu Lebzeiten verweigerte.
Am nahgelegenen Platz San Juan liegen einige öffentliche Gebäude und
das Kasino von Teruel. An der
Stadtausfahrt Richtung Valencia stehen
zwei Viadukte aus modernen Zeiten, und
wir kommen zum Park der Fueros de
Aragón und zum modernen
Messegelände.
Aragonien geniessen
Dieses Land hat viele Reize zu bieten. Um sie angemessen geniessen zu können, teilen wir es in sechs grössere geographische Bereiche ein, deren Eigenheiten den Rundfahrten eine innere Logik verleihen. Diese kann man von den Strassen ausgehend beginnen, die von anderen Regionen kommen, oder aber vom Zentrum aus, von der Nord-Süd- Achse, welche die drei Provinzhauptstädte verbindet. Von Zaragoza, Huesca und Teruel aus kann man, je nach den Gegenden, die man durchstreift, Kreisfahrten unternehmen oder Ost- und Westrouten, die man miteinander verbinden kann. In dem Einführungskapitel mit der Route, die jeder Präsentation einer Gegend vorhergeht, werden in Klammern nach den Sehenswürdigkeiten die interessantesten Orte in der Nähe angegeben.
Pyrenäen
Rundfahrt durch das
Alte Aragonien
Embalse de Yesa (Hecho, Ansó,
Selva de Oza) Puente La Reina de Jaca
(San Juan de la Peña, Santa Cruz de la
Serós, Canfranc, Astún), Sabiñánigo,
Biescas (Panticosa, Sallent, Formigal,
El Portalet), Broto (Nationalpark von
Ordesa-Monte Perdido), Ainsa
(San Vitorian, Pineta, Bielsa), Castejón
de Sos (Benasque, Cerler).
GEBIET: Aragoniens Norden. Hier liegen
eine Reihe von der Natur bevorzugte
Täler, die von den Einwohnern der
Provinz Huesca gepflegt und geschützt
werden: im Tal von Ansó leben die
letzten Bären der Pyrenäen. Das Tal von
Hecho mit der ?Selva de Oza?, einem
dichten Buchen- und Tannenwald, oder
das Gletschertal von Tena, umgeben
von hohen Gipfeln, die mehr als 3 000 m
erreichen, mit einem Nationalen
Jagdreservat, das von der UNESCO zum
Reservat der Biosphäre erklärt wurde.
Der Nationalpark von Ordesa- Monte
Perdido (3 555 m) ist ein Kleinod der
Natur, das eine aussergewöhnliche Fauna
und spektakuläre Landschaften besitzt.
Ein grosser Parkplatz und die
anschliessende Beförderung mit
öffentlichen Verkehrsmitteln stellen seine
Erhaltung sicher. Im Nationalen
Jagdreservat von Posets (3 777 m)
befinden sich mit dem Berg Aneto
(3 404 m) und Maladeta (3 308 m) die
höchsten Erhebungen der Pyrenäen und
die südlichsten permanenten Gletscher Europas.
Auf dem Weg zum Urlaubsort
Benasque stossen wir wir auf das Massiv
von Turbón zwischen Schluchten,
Engpässen und Klammen. Die Pyrenäen
haben einen besonderen, ?jaqués? (?aus
Jaca?) genannten Stil der romanischen
Architektur, der in der Kathedrale von
Jaca (mit Diözesanmuseum, geöffnet von
11 bis 14 und von 16 bis 18.30, ausser
montags) ihren Ausgang nahm. Jaca ist
ein Schmuckstück der Pyrenäen,
europäisch und kosmopolitisch und am
Jakobsweg gelegen. Von Jaca aus sollte
man unbedingt die folgenden drei
Klöster besuchen: Das Frauenkloster
Santa Cruz de la Serós (10. Jhdt.), und
das aus karolingischer Zeit stammende
San Pedro de Siresa sowie San Juan
de la Peña, das Königspanteon ist und
mit der Gralslegende in Verbindung
gebracht wird. In Jaca sollte man
ausserdem den Besuch der Zitadelle nicht
versäumen, einem Beispiel der
Militärarchitektur aus dem 16. Jhdt., wo
sich die einzige Statue Philipps des II. in
ganz Aragonien befindet.
Es gibt unablässig Feste. Der Karneval
von Bielsa gehört mit zum
Urwüchsigsten, was man finden kann.
Sehr viele Wallfahrten zu lokalen
Heiligtümern werden ausserdem
agbehalten, so z.B. die von Ende Juni in
Santa Orosia mit den Tänzern aus Yebra
de Basa. Das Festival der Pyrenäen ist
eine internationale Folkloreschau, die in
jedem ungraden Jahr Ende Juli
stattfindet. Am letzten Sonntag im
August füllen sich die Strassen von Ansó
mit den lokalen Volkstrachten. Im
September gibt es das Volkstheater der
?Moros y Cristianos? in Ainsa und die
?mojiganga?, ein volkstümliches
Theaterstück in Graus.
Das Gebiet ist ein Winter- und
Bergsportparadies und ideal zum
Jagen und Sportfischen. Paragleiter und
Drachenfliegen in Castejón de Sos,
Segelflug in Ainsa, Golf in Eriste und Ski
in den fünf Skistationen. Die
Gastronomie zeichnet sich durch ein
reichhaltiges und herzhaftes Angebot
aus, dessen berühmteste Vertreter das
Hähnchen ?al chilindrón?, die Eier
?al salmorejo? sind. Als Nachtisch
?condes? oder ?jaquesas?, süsse
Köstlichkeiten aus Jaca.
Vorpyrenäenland
Streifzug durch das liebliche Aragonien
Sos del Rey Católico (Petilla de Aragón,
Castiliscar, Val de Onsella), Uncastillo
(Biel, Luesia), Ayerbe (Loarre, Mallos
de Riglos), Huesca (Kanyons von Guara,
Casbas, Bolea), Barbastro (Torreciudad,
Monzón, Alquezar), Graus (Roda,
Obarra), Benabarre, Puente
Montañana (Alaón)
GEBIET: Die Hälfte der Provinz Huesca
und die untere Hälfte der von Zaragoza.
Eine weiche, sich im Horizont verlierende
Hügellandschaft. Im Vorpyrenäenland
von Zaragoza liegen die Höhenzüge der
Sierra de Biel, Luesia, Santo
Domingo, die an ein reiches
Getreideanbaugebiet grenzen: Las
Bárdenas. Östlich davon liegt der Park
der Sierra und der Kanyons von
Guara mit seinen tiefen, von den Flüssen
geschürften Schluchten und den
spektakulären Kalksteinformationen
oder ?mallos?, die eine beeindruckende
Kulisse für die Abenteuersportarten
abgeben. Kanufahren und Canyoning
zwischen malerischen Wegen die ideal
zum Montainbikefahren sind. Der
Abenteuersport findet hier einen idealen
Rahmen.
In einer solch ansprechenden Landschaft
wird es den Reisenden überraschen, Orte
vorzufinden wie Sos del Rey Católico,
dem Geburtsort Ferdinand des I., mit
Parador-Hotel, sowie Uncastillo, das als
das beste Ensemble der Romanik des 12.
Jhdts. in Spanien angesehen wird; man
erreicht die Ortschaften von Zaragoza
aus über das einwohnerreiche Ejea de los
Caballeros, der Hauptstadt der ?Cinco
Villas?. Im zu Huesca gehörigen Teil des
Gebiets ragt die Burg Castillo de
Loarre hervor, die als eine der
grandiosesten und beeindruckendsten
der vierhundert Burgen Aragoniens gilt.
Die Burg und die Stiftskirche von
Alquézar (11. Jhdt. und folgende) sind
gleichsam die sich an den Felsen
klammernde Kunst, wie auch die
imposante alte Burg von Monzón aus
dem 13. Jhdt. oder die von Montearagón, versteinerte Geschichte
der Region. Moderneren Datums ist das
Heiligtum von Torreciudad, das unter
der geistlichen und wirtschaftlichen
Leitung des Opus Dei steht, einer vom
selig gesprochenen Josemaría Escrivá de
Balaguer gegründeten Kongregation.
Auf jeden Fall lohnen sich Besuche der
Klöster von Obarra und Alaón sowie
der Kathedrale von Roda de Isábena
oder der schönen Stadt Graus. Die ideale
Basis als Ausgangspunkt für diese
Erkundungen ist die Stadt Huesca, die
sich neben ihren touristischen Reizen
durch ihre strategisch günstige Lage
auszeichnet.
Land des Weins: Das Anbaugebiet
Somontano produziert weltweit
bekannte Weine. In Siétamo werden
Kürbistorten und in Barbastro exquisite
Mandelgebäcke hergestellt.
Schlackwürste, ?chiretas? und andere
Schweinefleischprodukte sowie
getrüffeltes Huhn macht man in Graus,
dem internationalen Markt für Trüffel.
Sehr bekannt ist auch der ?recao? aus
Binefar, ein Fleischgericht mit Bohnen,
Reis und Paprika.
Das Trockenland
Streifzug durch das trockene Aragonien
Sádaba, Ejea (Erla, Luna, Tauste),
Zuera, Sariñena (Lanaja), Sigena,
Ballobar (Albalate de Cinca, Alcolea
de Cinca), Fraga.
GEBIET: Eine andere Art von
landschaftlicher, wirtschaftlicher und
kultureller Identität stellt der trockene
Landstreifen zwischen den Vorpyrenäen
und dem Ebrotal dar. Er reicht vom
unteren Teil der Cinco Villas bis zum Bajo
Cinca, dessen Zentrum von der
eigenartigen Landschaft von Los
Monegros beherrscht wird. Die
Verkehrswege und die wirtschaftliche
Infrastruktur verlaufen normalerweise
von Norden nach Süden. Die Richtung
der vorliegenden touristischen Routen ist
allerdings horizontal, um den
geographischen Eigenheiten gerecht zu
werden.
Von den Türmen der mächtigen Burg von
Sádaba an der Grenze zu Navarra aus
geht der Blick über weite Kornfelder, die
uns bis Ripas de Alcolea am Cinca-Fluss
nicht verlassen werden. In Ejea de los
Caballeros sind die Wehrkirchen von
Santa María (12. Jhdt.) und Salvador
(13. Jhdt.) zu sehen, deren religiöse und
militärische Funktion sich in den
Befestigungen und dem Stil der Romanik
ausdrückt. Tauste kündigt sich in der
Ebene durch seinen Mudéjar-Turm an, ?la
bien plantá? genannt, dessen achteckiger Grundriss das islamische Erbe mit der
Architektur der christlichen Eroberer
verbindet. Auf dem Hügel von Monlora
in Luna empfängt ein Marienheiligtum
Touristen und Besucher.
Im Frühjahr wird die Landschaft vom
Grün der Felder bestimmt. Die Wälder
von Zuera und Castejón sind
Jagdreservat und die Schwarzfichten
bekämpfen die Erosion und sorgen für
einen Fleck Grün während des ganzen
Jahres. In Zuera gibt es Gewerbe und
Unterbringungsbetriebe.
Die halbwüstenartige Steppe der
Monegros ist ein wahres Schauspiel. Der
Rückzug ihres charakteristischen
Baumbewuchses, des Jadebaums, dessen
schwarze Farbe der Gegend ihren Namen
gab, die äusserst geringen Niederschläge
(weniger als 300 mm. pro Jahr), die
geringe Bevölkerungsdichte, das
blendende Licht machen aus den
Monegros ein eigenartige Wüste von
2 500 km2 innerhalb der Eurpäischen
Union. Der Höhenzug Sierrra de
Alcubierre mit einer maximalen Höhe
von 811 m ist ihr Rückgrat und teilt sie in
den zu Huesca gehörigen, mit Sariñena
als Hauptort, auf der einen und den zu
Zaragoza gehörigen, mit Bujaraloz als
Hauptort, auf der anderen Seite ein.
Niemand kann sich dem Zauber dieser
spärlich bewachsenen Gegend, ihrer
interessanten Fauna und ihrer so gänzlich
verschiedenen Schönheit verschliessen.
Bewässerungsprojekte sind dabei, viele
Hektar umzuwandeln, wobei man
versucht, die landschaftlichen
Eigenheiten so weit wie möglich zu
bewahren.
Von Zuera bis Fraga ist die grösste
Sehenswürdigkeit die Natur selbst, aber
es gibt ausserdem viele Kirchen,
Wallfahrtskapellen, ehemalige iberische
und römische Siedlungen wie die von
Villa Fortunatus, am Cinca-Fluss
gelegen. Eine prächtige und
geschichtsträchtige Romanik ist die des
Klosters Villanueva de Sigena (12.
Jhdt.) und in der Kartause Cartuja de
Las Fuentes nahe bei Lanaja gibt es
Barockmalereien auf über 2 000 m2 der
Gewölbe und Gemäuer zu sehen.
In den Gaststätten der Dörfer bekommt
man eine schlichte, traditionelle Küche
und auch Wildgerichte serviert. Das
Angebot ist besonders vielfältig in Ejea,
Zuera, Bujaraloz oder Fraga.
Das Flusstal des Ebro
Streifzug durch das fruchtbare Aragonien
Tarazona (Monasterio de Veruela,
Moncayo), Borja, Alagón (Remolinos,
Figueruelas, Epila), Zaragoza (Cariñena,
Fuendetodos, Belchite), Quinto, Caspe
(Bujaraloz, Maella), Mequinenza.
GEBIET: Der Ebro teilt Aragonien von
Nordwesten nach Südosten in zwei
Hälften und bildet einen Korridor, der
ganz zur Provinz der Stadt Zaragoza
gehört, die in seiner Mitte liegt. Von
Navarra bis nach Tarragona legt er
330 km zurück und bewässert dabei die
Landschaft der 32 landwirtschaftlich
geprägten, aber sehr entwickelten
Uferortschaften. Er bildet eine vitale
wirtschaftliche Achse und ist zugleich
Empfänger der Zuflüsse aus den
Pyrenäen zu seiner Linken und den
Iberischen Massiven zu seiner Rechten,
die so den wasserreichsten Fluss Spaniens
nähren, den Ebro.
Zuerst nimmt er die Wasserläufe des
Moncayo-Gebirges auf, das sich die
beiden Städte Tarazona und Borja mit
ihren dazugehörigen Landkreisen teilen.
Tarazona, eine Mudéjar-Stadt, ist
Bischofssitz und hatte seit dem
Mittelalter als Grenzstadt zu Navarra,
La Rioja und Kastilien immer eine
bedeutende Rolle inne. Sie besitzt
wichtige Baudenkmäler und viele
Sehenswürdigkeiten. In seiner Kathedrale
(13. bis 16 Jhdt.), die vielleicht die
reichverzierteste der neun Aragoniens ist,
wurde der Kardinal Cisneros geweiht. Es
gibt eine vieleckige Stierkampfarena
(18. Jhdt.), deren Aussenwände von
Häusern gebildet werden. Das Rathaus ist
ein Meisterwerk der aragonischen
Renaissance. Borja, zu Füssen des
Moncayo, hat eine herrliche ehemalige
Stiftskirche und andere, nicht weniger
interessante Paläste der
Profanarchitektur aufzuweisen; der Ort
profitiert von den Auen, die die
Verlängerung des Ebroflusstals
darstellen. Ein Landstrich mit guten
Weinen eigener Herkunftsbezeichnung
und interessanten Ortschaften voller
Kunst und Geschichte. Zwischen beiden
Orten liegt das Zisterzienserkloster
von Veruela (12. Jhdt.), inmitten einer
bezaubernden Landschaft, ein unbedingt
lohnendes Besuchsziel (vormittags und
nachmittas geöffnet, ausser montags).
Am Ebroufer schliesslich folgt paralell
zum Canal Imperial de Aragón ((18. Jhdt.)
eine wohlhabende Ortschaft auf die
andere bis Zaragoza. In Figueruelas ist
der Sitz der Opel-Werke Spanien mit
zehntausend Beschäftigten. Im Palast der
Herzöge von Villahermosa (16. Jhdt.) in Pedrola wohnte Don Quijote während
sein treuer Knappe Sancho Panza in der
?Ínsula Barataria?, dem eigentlichen
Alcalá de Ebro, das Amt des
Gouverneurs ausübte.
Zaragoza ist die lebendige Mitte des
Ganzen. Die fünftgrösste Stadt Spaniens
an Einwohnern ist in vielen Dingen die
erste. Sie liegt ziemlich genau im
geographischen Zentrum Aragoniens
und der am weitesten von ihr entfernte
Punkt liegt in weniger als zweihundert
km. Von Zaragoza sprechen heisst an
Aragonien denken, obwohl an
Aragonien zu denken noch vielerlei mehr
bedeutet. Nicht nur für den Reisenden ist
Zaragoza ein eigenes Kapitel, wie man
auch in diesem Führer sehen kann.
Von Zaragoza aus sollte man unbedingt
Belchite besuchen, einen seit dem
Bürgerkrieg vollständig in Ruinen
liegenden Ort, der gleichzeitig
Monument der menschlichen Unvernunft
und Denkmal für den Frieden ist; oder
Fuendetodos, den Geburtsort Francisco
de Goyas, mit seinem Geburtshaus und
dem Kupferstichmuseum (vormittags und
nachmittags ausser montags geöffnet),
der in einer beeindruckenden Landschaft
liegt.
Flussabwärts von Zaragoza setzen sich
die fruchtbaren Gemüsegärten fort, die
oft an die Ödlande der Monegros
angrenzen. Auf dem Weg nach Quinto
kommen wir durch die kuriosen
?Portales? (Kapellen die über dem Weg
gebaut sind) auf dem Jakobsweg in das
Niederaragonien der Provinz Zaragoza,
wo das Land am flachesten ist und der Ebro eigentümliche Mäander bildet und
gleichsam zögert, auf das Meer
hinzufliessen. Zwischen Sástago und
Escatrón liegt das Kloster Rueda, eine
Zisterzienserabtei (12. Jhdt.), deren Gotik
sich in eine Naturlandschaft einfügt, die
an einem Ende des Sees Mar de Aragón
liegt. So heisst ein gigantischer Stausee
mit 1 530 m3 Wasser, der mehr als
hundert m lang ist und fast fünfhundert
km Ufer sein eigen nennt, die ideal sind
für den Wassersport und ein
Anglerparadies für den Fang von Welsen,
einer mittleuropäischen Art, die sich sehr
gut hier eingelebt und Exemplare von
über siebzig Kilo hervorgebracht hat,
sowie des Black-bass, einer aus den USA
importierten Art, die wegen ihrer
Kampflust dem Angler grosse
Sportlichkeit abverlangt.
Von Caspe ab häufen sich die
Sehenswürdigkeiten, es gibt die Routen
der gotischen Kirchen, der Grenzburgen
und der abflusslosen Seen mit einer
tausendjährigen Fauna. Die bedeutende
Textil- und Sportartikelindustrie machen
die Region zu einem attraktiven Gebiet
für Einkäufe. Eine reiche Folklore und
geschichtliche Bedeutung durch den
Kompromiss von Caspe im 15. Jhdt., das
Parlament für den Frieden oder im 20.
Jhdt. das Autonomiestatut für Aragonien
runden das Bild ab. Zu Ostern wird die
?Veracruz? in der Prozession mitgeführt,
ein 48 cm3 grosses Holzstück, das dem
Kreuze Christi zugeschrieben wird.
Die Ebenen im Süden des Ebro
Streifzug durch das iberische Piedemonte
Ariza, Alhama (Monasterio de Piedra,
Nuévalos, Jaraba), Calatayud (Aniñon,
Illueca, Morata), Daroca, Caminreal
(Monreal, Peracense), Montalban
(Aliaga, Ariño), Calanda, Alcañiz
(Andorra), Calaceite (Valderrobres,
Beceite).
GEBIET. Diese Route umfasst einige
wichtige Flusstäler und Bergbaugebiete.
Es sind unter sich recht verschiedene
Landstriche, die im Süden durch die
Provinz Teruel begrenzt werden und im
Norden durch die Ebrofluren. Man
beginnt die Route von Kastilien aus und
kommt durch eine touristisch
interessante Region mit Schluchten wie
der von Calmarza, wo eine der grössten
Kolonien von Gänsegeiern nistet, bis zu
den romantischen Badeorten Alhama de
Aragón, Jaraba, Paracuellos, in einer
ganz dem Kult des Wassers
verschriebenen Gegend, der bei dem
Kloster Monasterio de Piedra
kulminiert, dem meistbesuchten
Naturpark Aragoniens, in dem sich ein
Zisterzienserkloster befindet, in dessen
Kellergewölben ein Weinmuseum für die
Ursprungsbezeichnung Calatayud
untergebracht ist (täglich geöffnet, vorund
nachmittags).
Calatayud, ein Verkehrsknotenpunkt am
Ufer des Flusses Jalón, ist die Hauptstadt
der Region. Die viertgrösste Stadt
Aragoniens verfügt über eine
Hotelinfrastruktur und zahlreiche
Sehenswürdigkeiten zu Füssen seiner
fünf arabischen Kastelle und seiner zwei
Mudéjar-Türme, San Andrés und Santa
María. Sie besitzt ein der nahen Stadt
Bilbilis gewidmetes Museum, der
bedeutendsten archäologischen
römischen Fundstätte Aragoniens, mit
einem didaktischem Zentrum. Ausserdem
besitzt sie profane und religiöse
Baudenkmäler. In der Kirche San Juan
sind Gemälde von Francisco de Goya zu
sehen. Ein Handelszentrum, von dem aus
man viele touristische Routen entlang
der Flüsse Manubles, Ribota, Perejiles,
Grío oder Jiloca unternehmen kann. Hier
ist auch die stärkste Präsenz der Mudéjar-
Kunst zu verzeichnen.
Den Jiloca entlang kommen wir nach
Daroca, einer weiteren Stadt, deren
arabische Stadtmauern ein kulturelles
Erbe umschliessen, das der Stadt den Rang eines Museums verleiht. Ein Genuss
für jeden Besucher. Ganz in der Nähe ist
Gallocanta, der grösste spanische
abflusslose Steppensee (6 720 h), wo sich
jeden Winter 100 000 Vögel einfinden
und die Kraniche sich ein Stelldichein
geben, das bedeutendste Europas.
Unweit davon Cariñena, berühmt für
seine Weine, Weinkeller und La Almunia,
ein Obstanbauzentrum und universitäres
Zentrum.
Von Daroca aus dringen wir weiter in die
Provinz Teruel vor, indem wir dem
Flusslauf des Jiloca bis zum betriebsamen
Städchen Calamocha mit seinen
bekannten Schinkenreifungsanlagen des
?Jamón de Teruel? folgen, und nach
Camínreal, von wo man einen Abstecher
zur mittelalterlichen Burg von Peracense
machen kann, einem sich wie im
Bilderbuch perfekt an den
Felsuntergrund schmiegenden Bauwerk.
Als Zwischenstation ist Monreal mit
seinem kuriosen Saffran-Museum zu
empfehlen. Montalbán, Utrillas,
Escucha sind als Bergbauorte bekannt
wegen des stark vertretenen Lignit-
Abbaus, das heutzutage im Tagebau
gefördert wird. Die Kirche Santiago von
Montalban ist ein Mudéjar-Bau mit
einem wehrhaftem Charakter.
Auf dem Weg ins Niederaragonien der
Provinz Teruel über Calanda liegt auch
Andorra, wo man sein an dem 343 m
hohen Schornstein leicht erkennbares
Wärmekraftwerk sehen kann, das
188.000 kg Kohle in der Stunde
verbraucht. Weiter in Richtung Alcañiz,
der Hauptstadt der Gegend, kommt man
zu den abflusslosen Seen ?Las Saladas? und ?La Estanca?, zwei Beispielen des
eigentümlichen Systems von Salzseen, die
sich in dieser Gegend finden. Ein dem
Tambour gewidmetes Denkmal weist
darauf hin, dass man sich in einer
Gegend mit Karwochen-Tradition
befindet. Zwölf Ortschaften
Niederaragoniens erlangen während der
Karwoche grosse Bedeutung wegen der
Prozessionen, auf denen Tausende von
Pauken und Trommeln rhythmisch und
kunstvoll erklingen, was einen
besonderen touristischen Reiz ausmacht.
Der Fluss Matarraña bietet bei Puertos
de Beceite dem Auge spektakuläre
Landschaften. Der Parrisal ist ein tiefer
Kanyon mit 200 m Länge, 60 m Tiefe und
nur zwei m Breite. Weitere
Naturschauspiele versprechen die ?Grutas
de Cristal? von Molinos mit ihren
bizarren Stalaktitenformationen.
Niederaragonien hat zahlreiche
archäologische Fundstätten aufzuweisen
sowie sehr interessante Höhlenmalereien
in Val de Charco de Agua Amarga und
Alacón. Die Gotik ist die bedeutendste
der Gegend mit den Kirchen von
Valderrobres und Molinos oder der
monumentalen ?Lonja-Palast? von
Alcañiz. Von der Burg des Calatrava-
Ritterordens, heute ein Parador-Hotel, ist
der mittelalterliche Teil mit den gotischen
Malereien erhalten. Es sticht hervor der
herrschaftliche Charakter der
Renaissance-Rathäuser von Calaceite,
La Fresneda oder Alcañiz, dessen
Stiftskirche ebenfalls ein bedeutendes
Werk des Barock darstellt. Es gibt
mittelalterliche Burgen, einige mit
höfischem Charakter wie das von
Valderrobres, sowie industrielle und
volkstümliche Architektur, die heute zu
Hotels umgewidmet ist, wie in
Villarluengo oder in Fuentespalda.
Hier findet man auch einige der besten
Olivenöle Spaniens, ferner Weine in
Valderrobres, Pfirsiche in Calanda,
Paprikatorten in Alcañiz, Käse in
Samper de Calanda. Es gibt sehr gute
Restaurants und Gasthäuser von
internationalem Ruf.
Die Gebirgszüge von Teruel
Streifzug durch das Innere der Provinz Teruel
Albarracín (Bronchales, Orihuela),
Teruel (Cella, Puebla de Valverde),
Mora de Rubielos (Rubielos de Mora,
Alcalá de la Selva, Valdelinares),
Cantavieja (Iglesuela del Cid,
Villarluengo, Mirambel).
GEBIET: Südgrenze Aragoniens. Von den
Montes Universales, wo der Tajo
entspringt, der in den Atlantik mündet,
und der Serranía de Albarracín, wo der
Guadalaviar-Turia entspringt, der zum
Mittelmeer fliesst, bis zur Sierra de
Gúdar, wo der Guadalope entspringt, der
in den Ebro mündet. Dazwischen die
Gebirgszüge Javalambre und der
Maestrazgo. Ein rauhes Land, aber
anziehend wegen seiner Reinheit und
Strenge. Herrliche Schluchten wie die von
Albarracín, Hochebenen wie die Muela
de San Juan, grosser Insekten- und
Pilzreichtum in seinen Pinienwäldern.
Javalambre ist das Massiv mit dem
höchsten Gipfel (2 020 m) der Provinz
Teruel mit einer für die Wissenschaft
höchst interessanten Flora, Raubvögeln
und Forellen in den Flüssen. Die Sierra de
Gúdar ist ebenfalls ein
Hochgebirgsmassiv mit Pinien-, Eichenund
Ahornwäldern. Der Maestrazgo setzt
sich bis zum Mittelmeer hin fort mit
spektakulären Schluchten wie den
Órganos de Montoro, bizarren
Felswänden, die wie die Pfeifen einer
gigantischen Orgel aussehen und den
fantasievollen Besucher einladen, den
Organisten zu suchen.
Die Dörfer des Maestrazgo bewahren ihr
mittelalterliches Gepräge, so Cantavieja,
ein Zufluchtsort während der
Karlistenkriege des vergangenen Jhdts.,
Mirambel, gekrönt mit dem Preis
Europa Nostra für Restauration, mit fünf
Stadttoren und Stadtbefestigung,
Iglesuela del Cid zwischen zwei
Schluchten, Mora de Rubielos mit der imposanten mittelalterlichen
Schlossburg, das mit Rubielos de Mora
wetteifert, einem reizenden Städtchen
mit Herrenhäusern innerhalb seiner
Stadtmauern.
In der Serranía de Albarracín sind die
Dörfer mit Fenster- und Balkongitterwerk
und volkstümlicher Architektur
hervorzuheben. Es gibt wichtige
Wandmalereien der levantinischen Kunst.
In Cella befindet sich ein in den Felsen
geschlagener römischer Aquädukt und
der grösste artesische Brunnen Europas.
Die Ortschaft Albarracín ist komplettes
Museum. Eine Burg arabischen
Ursprungs, Winkel voller besonderem
Flair und Süssigkeiten wie seinen
?almojábanas?, Beispiel der islamischen Bäckereikunst. Die Renaissance ist in der
Pfarrkirche vertreten und in dem kürzlich
restaurierten Bischofspalais mit seinem
Museum, sowie Herrenhäusern und
Palästen. Man kann Winter- und
Bergsport treiben, auf die Jagd gehen,
und es gibt ausgezeichnete
Forellenbäche. Dichtgestreute
Restaurants und typische Gasthäuser
bieten den Schinken aus Teruel an,
Rauchfleisch und Wurstwaren vom
Schwein. Käse ist typisch in Tronchón.
Vielbesucht sind die Dorffeste mit den
angebundenen Stieren ?ensogados?,
deren Bewegungsfreiheit durch ein Seil
eingeschränkt wird, und die
?embolados?, die auf den Spitzen ihrer
Hörner zwei Feuerkugeln mit sich tragen
und frei durch die Gassen laufen. In
Mora de Rubielos werden sie jeden
Samstag im Juli und August losgelassen.
In den steilen und mittelalterlichen
Gassen von Albarracín feiert man den
Frühlingsanfang mit den Maiengesängen
?los mayos?, in der Nacht des 30. April.
Ein Fest von nationalem Rang ist das der
?Fiestas del Angel? oder der ?Vaquilla?
im Juli in Teruel sowie das Schinkenfest
mit volkstümlicher Verkostung im
September. Touristisch gesehen ist Teruel
das Zentrum aller dieser
Gebirgsregionen.
Wissenswerte Informationen
Sport
Aragonien bietet ideale Vorausetzungen
für den Bergsport. Der Schnee
Aragoniens ist ein wichtiger Pluspunkt:
sieben Skistationen und neun
Langlaufgebiete mit insgesamt 300 km
Pisten für beide Disziplinen. Seit 1991
gibt es auch Kunstschneeanlagen. Im
Moment sind 586 Schneekanonen im
Betrieb. Es gibt 104 Schilifte mit einer
Kapazität von insgesamt 91 497 Personen
pro Stunde für 191 Pisten. Die Region
Aragonien nimmt die erste Stelle in
Bezug auf die Gesamtzahl an
Einrichtungen ein in Spanien.
Die Skistationen der Pyrenäen im
Gebiet Jaca-Huesca sind: Candanchú, die
traditionsreichste der Aragonischen
Pyrenäen. Am Pass Somport befindet sich
die von Astún, vor den Winden von den
sie umgebenden Bergen gut geschützt.
Formigal ist Austragungsort
internationaler Wettkämpfe und verfügt
über zahlreiche Hotels. Panticosa ist
eine eher familiäre Station, die das
typische Gepräge und das Brauchtum des
Berglandes bewahrt hat. Cerler, die
ländlich-rauheste, liegt in einem
herausragenden landschaftlichen
Rahmen. Die Skistationen im
Iberischen Gebirgsmassiv liegen in der
Nähe von Teruel: Valdelinares,
landschaftlich schön gelegen in der Sierra
de Gúdar, bietet ein mittleres Niveau.
Javalambre ist die neueste der
Stationen und verfügt über moderne
Kunstschneelanlagen.
Die Berge fordern immer heraus. Zur
landschaftlichen Schönheit gesellt sich in
Aragonien eine moderne Infrastruktur
jungen Datums, die das Ausüben aller
möglichen Bersportaktivitäten
unterstützt: Bergsteigen mit oder ohne
Führer, Bergführer, Bergwanderungen,
Paragleiter?
Zum Wandern gibt es ein Netz von
Kleinen Routen durch die
Pyrenäentäler. Es gibt sogar eine Route
zwischen Zaragoza und Fuentetodos,
Wiege Goyas, in einer rauhen, fast
irrealen Landschaft. Ferner gibt es
Grosse Routen wie die GR-1, die das
Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet
und 150 km lang durch das
Vorpyrenäenland im Park der Sierra y
Cañones de Guara verläuft, oder die
Hochgebirgsroute GR-11, welche die
gesamten Pyrenäen vom Mittelmeer bis
zum Kantabrischen Meer durchläuft
Prames 976 27 09 40 und
www.pirineos.net/fam.
Die traditionelle autochthone
Sportart ist der aragonische Speerwurf,
der darin besteht, einen Eisenspeer von
80 cm Länge und 7,257 kg Gewicht zu
werfen oder das Kugelstossen mit einer
5 kg wiegenden Kugel, das typisch im
Gebiet von Borja bis Calatorao der
Provinz Zaragoza ist. Aragonien hat
moderne Einrichtungen wie das
Fussballstadion La Romareda mit einer
Kapazität für 45 000 Zuschauer oder den
Pabellón Príncipe Felipe für 8 016
Personen.
Es existieren sechs nationale
Jadgreservate: Benasque, Los Circos, Los
Valles und Viñamala in den Pyrenäen
oder die Montes Universales und Puertos
de Beceite in der Provinz Teruel.
Zahlreiche Angelreviere am Mar de
Aragón von Caspe und Forellenflüsse der
Pyrenäen, Piedra oder Guadalope.
Es werden internationale sportliche
Wettkämpfe abgehalten:
Meisterschaften im Eiskunstlauf in Jaca,
Preis im Autorennen auf dem Ring von
Alcañiz, die Autorally von
Niederaragonien durch das Wüstenland
der Monegros. Weltmeisterschaften im
Biketrial in Tabuenca, europäisches Black-
Bass-Angeln in Caspe, Paragleiter in
Castejón de Sos.
Messen, Feste und Festivals
Die Region hat einen regen und
dichtgedrängten Messebetrieb.
Vierundvierzig Messen oder
Ausstellungen werden in Aragonien
veranstaltet, davon dreissig ausserhalb
der Hauptstadt. Sie sind im allgemeinen
Jahresmessen. Zaragoza verfügt über ein
ausgezeichnetes Messegelände sowie
auch Huesca und Teruel. Hervorzuheben
sind die Internationalen Messen für
Landwirtschaftliches Gerät (FIMA),
Baumaschinen (SMOPYC), die Wasser-
Ausstellung (SMAGUA), Anlagen für die
Weinkellerei (ENOMAQ), Viehzucht
(FIMA GANADERA), Sport
(TECNODEPORTE) etc. 976 53 44 20
und www.feria-zaragoza.net.
Die Volksfeste sind dichtgestreut auf
aragonischem Boden, von den regionalen
Volkstrachten in Ansó 974 37 00 03
bis zum Maiensingen in Albarracín
978 71 00 00. Besonders sehenswert
ist der Karneval von Bielsa
974 50 10 00, die Walllfahrt der
Santa Orosia in Yebra de Basa
974 48 08 23, die ?Mojiganga?
(Strassentheater) von Graus
974 54 00 02, der Cipotegato in
Tarazona 976 64 01 00, die Morisma
in Ainsa 974 50 00 02 die Corporales
in Daroca 976 80 03 12, die ?toros
embolados? oder ?ensogados? ind
Rubielos de Mora 978 84 40 01, die
Contradanza von Cetina der Schutzpatronin in Zaragoza
976 39 84 64 am 12. Oktober, das
Fest von Huesca am 10. August
974 22 04 00 oder das von Teruel im
Juli 978 60 21 64.
Aragonien bietet dem Touristen
ausserdem eine Vielzahl von
internationalen Festivals als dem Spiel
und der Bildung gewidmete
Begegnungen: das Pyrenäen-Festival
(Oloron-Jaca) seit 1950, das des
Jakobswegs, dem des Theater-, Musik-,
Tanz,- und Marionettenfestival von
Huesca, den Folklore- und Musikfestivals
von Zaragoza und Teruel. Alte Musik in
Daroca und Moderne Musik in Veruela
sowie die internationalen der Musik,
Theater und Tanz in Alcañiz oder Ainsa,
für Kino in Huesca, Fotografie in
Tarazona, Kultur der Pyrenäen in Ansó.
Es gibt Kurse für Kupferstich in
Fuentedetodos, die Universität Zaragoza
bietet Sommerkurse für Ausländer in Jaca
an und die Universität Menéndez Pelayo
in Formigal 976 28 29 79 und
www.festivales.aragon.net.
Gastronomie
Die zwei folgenden könnte man als die
Hauptcharakteristiken der aragonischen
Küche bezeichnen: die Einfachheit der
Zubereitung und der Gebrauch von
ursprünglichen und kräftigen Zutaten,
die keine grossen Verarbeitungsschritte
verlangen. Eine einfache, solide und
schmackhafte Küche. Nüchtern und
gehaltvoll, mit wenig Kunstgriffen und
ohne Zugeständnisse. In den Bergen von
Huesca und Teruel herrschen die
Fleischgerichte und Wurstwaren vor. Die
Schlackwürste aus Graus und Capella
haben weltweiten Ruf. Der des Schinken
aus Teruel 978 60 65 50 wird durch
einen rigurosen, fast vollständig
handwerklichen Verarbeitungsprozess
verbürgt und sein Aroma erreicht
höchste Qualität. Wer sich an die Eier ?al
salmorejo? wagt, ist mit Kalorien für den
ganzen Tag versorgt. Wer Kabeljau ?al
ajoarriero? ist sehr verbreitet, allerdings
liefern die frischen Wasser der
Gebirgsflüsse ausgezeichnete Forellen
von Jaca im Norden bis nach Villarluengo
im Süden.
Die Täler produzieren vorzügliches
Gemüse. Der Borretsch, die typische
Gemüssorte Aragoniens, ist mit Kartoffeln
gekocht und gut angerichtet die zum
Grandiosen erhobene Schlichtheit.
Manche sevieren sie mit Venusmuscheln
zusammen. Die ?bisaltos?, Erbsen mit
ihren Schoten, werden in Aragonien sehr
viel verwendet. Das Obst reift sehr gut
wegen des an Hitzetagen reichen Klimas.
Eine überbordende Vielfalt ist davon auf
den Märkten anzutreffen, gleichzeitig in
hoher Qualität ( 976 71 46 95).
Die sogenannten ?Frutas de Aragón? sind
kandierte, mit Schokolade überzogene
Früchte.
Im ganzen Territorium verbreitet und
vielleicht sogar das gastronomische
Wahrzeichen ist das fast legendäre
?ternasco?, ein 70 bis 100 Tage altes
Lamm, das hauptsächlich gegrillt und mit
Kartoffeln ?a lo pobre? serviert wird.
976 47 08 13. Wahre Festessen
werden auch aus Schweinefleisch
zubereitet, je nach Gegend auf andere
Art. Eine renommierte Käsesorte gibt es
in Tronchón, die schon von Cervantes
erwähnt wurde, sowie in Samper de
Calanda, Caspe, Tarazona, Radiquero?
und sehr gute Weine, die in vier
Ursprungsbezeichnungen eingeteilt sind:
Calatayud 976 88 42 60, Cariñena,
976 62 06 94, Borja
976 85 21 22 in der Provinz Zaragoza
und Somontano 974 31 30 31 in der
Provinz Huesca. Sekt- und Schaumweine
werden in Ainzón, Somontano und
Cariñena hergestellt. Ein gastronomischer
Vorzug von besonderem Interesse ist das
Olivenöl in Niederaragonien mit
geringem Säuregrad, fruchtig und
exquisit im Geschmack. Es macht aus
jedem Gericht etwas Besseres und ist als
Grundlagenzutat unübertroffen.
Was die Süssigkeiten angeht, die hier
?lamines? genannt werden, gibt es eine
grosse Auswahl: den ?coc? aus Fraga, die
?trenzas? aus Almudévar, die ?torta de
balsa? aus Caspe, die ?tortillas? aus
Alagón, ?crespells? aus Maella,
?farinosos? aus Monzón, ?panadóns? aus
Nonaspe, ?refollaos? aus Ayerbe, Biskuit
aus Barbastro, ?tortas de alma? aus
Alcañiz, ?almojábanas? aus Albarracín,
?rosquillas? aus Daroca, ?bizcochos? aus
Calatayud. Nicht zu vergessen der
?guirlache?, eine Art türkischer Honig
aus karamelisiertem Zucker mit Mandeln
und Anis.
Folklore und Kunsthandwerk
Die Volkstracht Aragoniens ist das
Resultat einer volkstümlichen Anpassung
der adligen Kleidersitte des 18. Jhdts.. Es
gibt nicht nur ein Modell, aber man hat
als repräsentativ in der regionalen
Folklore für den Mann, den baturro,
maño, jotero, festgelegt, dass er ein weisses, kragenloses Hemd, eine
Kniebundhose aus Baumwollstoff
sichtbar unter einer weiteren aus
Wollstoff trägt. Dazu eine bunte oder
schwarze Weste aus Tuch und vor allem
ein geknotetes, cachirulo genanntes
Kopftuch. Die Frau kleidet sich im
allgemeinen abwechslungsreicher, aber
sie trägt eine weisse Bluse und einen
weissen Unterrock, einen langen Rock
mit Schürze, weisse oder schwarze
Strümpfe, ein Leibchen oder
Umhängetuch und ein bancal genanntes
Kopftuch.
In Aragonien wurden immer eine Reihe
verschiedener Tänze getanzt, aber die
jota hat an Popularität alle anderen
überrundet. Bekannt sind die
?Contradanza de Cetina?, die
?Seguidillas de Leciñena?, der ?Bolero de
Caspe? sowie die ?bailes? aus Arcos oder
die ?dances? aus Yebra de Basa, aus
Morisma de Ainsa, aus Robres oder
Sariñena. Aus den Texten der jota
cantada spricht die Volksweisheit, vor
allem derjenigen, die von den rondallas
genannte Gruppen aufgeführt werden.
Die Vitalität des Kunsthandwerks in
allen seinen Sparten ist überraschend.
Der Aragonische
Kunsthandwerksverband (Plaza del Pilar,
16- E-50001 Zaragoza) zählt
hundertfünfzig Mitglieder.
Man führt Glasarbeiten,
Kunstschmiederei, kreative Keramik aus,
verarbeitet wird Alabaster, Leder, Holz,
Handgewebtes. Die Töpferei, die fast in
der ganzen Region betrieben wird,
nimmt einen besonderen Platz ein
(Alhama, Bandaliés, Naval, Fraga,
Magallón?). Besonders hervorheben tut
sich die aus Teruel mit ihren brillanten
Violett- und Grüntönen oder die in Blau
gehaltene aus Muel, wo der Provinzialrat
Zaragoza eine Werkschule zur
Heranbildung junger Kunsthandwerker
unterhält.
Verkehrsverbindungen
Die geographische Lage zwischen zwei
stark entwickelten Regionen hat
Aragonien, vor allem seiner Hauptstadt
Zaragoza, ein weites Verkehrsnetz
verschafft. In Zaragoza treffen die
Autobahn A-2 von Zaragoza nach
Frankreich (E 90) und die von Bilbao
kommende Ebro-Autobahn A-68
zusammen. Zudem kreuzen sich dort die
Nationalstrasse N-II aus Madrid nach
Frankreich über Barcelona, die N-232 von
Logroño nach Castellón und die N-330,
die Aragonien wie ein Rückgrat von
Teruel bis Frankreich über den Somport-
Pass durchzieht.
Zwei weitere Hauptverkehrsstrassen
durchlaufen das Territorium in Ost-West-
Richtung: die N-211 durchquert die
Provinz Teruel über Caminreal, Caspe und
Fraga, und die Tarragon und Pamplona
verbindende N-240 geht über Huesca. Ein
dichtes Netz an Hauptverkehrsstrassen 2.
Ordnung (Automómicas) rundet das
System ab, das sich in ständiger
Verbesserung befindet.
Die Eisenbahn durchquert Aragonien auf
der Strecke Madrid-Barcelona und von
Valencia nach Canfranc. Es gibt
Direktverbindungen nach Málaga,
Sevilla, Madrid, Barcelona, Huesca, Teruel
und Valencia. In Kürze werden
Hochgeschwindigkeitszüge Zaragoza an
Barcelona und Madrid anbinden.
Zaragoza verfügt über einen
internationalen Flughafen für Personen und
Güterverkehr mit Direktflügen nach
Madrid, Palma, Barcelona, Teneriffa,
Valencia, Paris, London und Frankfurt.
(Flughafen 976 71 23 00).
In Jaca gibt es einen Flugplatz. Das Netz der
Stadtbusse von Zaragoza kann man auf
der Webseite www.tuzsa.es konsultieren.
Unterkünfte und Gaststätten
Das Angebot an Unterkünften in
Aragonien ist sehr differenziert, mit
einem breiten Spektrum an
Möglichkeiten. Aragonien hat insgesamt
688 Hotels, Gasthäuser und Pensionen,
von denen sich ein Fünftel in der Stadt
Zaragoza befinden, darunter ein
Fünfsterne-Hotel, fünf Viersterne-Hotels,
14 Drei- und 7 Zweisterne Hotels und vier
mit einem Stern (Hotelverband Zaragoza
976 21 09 22).
Aragonien verfügt über mehr als 550 Unterkünfte des
Agrotourismus, die bei der Zentralen
Reservierungsstelle für Agrotourismus Aragonischen Verband der
Landunterkünfte 964 18 52 50
konsultiert werden können.
Ausserdem gibt es 56 Campingplätze in Aragonien
Verband: 974 36 21 33, Spanischer
Camping- und Caravaning-Verband:
976 25 47 33.
Die Regierung Aragoniens gibt einen guten Touristik-
Dienstleistungsführer heraus, der jedes
Jahr auf den neuesten Standt gebracht
wird 976 71 51 22 und
www.staragon.com/turismoaragon/.
Es gibt insgesamt 7 000 Betriebe des
Hotel- und Gaststättengewerbes
(Verband: 976 21 09 22 und
www.centralfax.com).
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